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Mittwoch, 16. Juni 2010

Munterhorn statt Matterhorn

16. Juni 2010
Schweizer Nati feiert Auftaktsieg gegen Spanien

Jetzt wird in der Schweiz einiges umgetauft: Munterhorn statt Matterhorn, Zermunter statt Zermatt. Die Nati ist mit einem 1 : 0-Sieg gegen Spanien in die Fußballweltmeisterschaft gestartet. Nun wird´s auch was mit dem Achtelfinale. Honduras und Chile werden die nötigen Punkte (ab-)liefern.

"Einfach nur Geilson" spielt der "Blick" mit dem Namen des Siegtorschützen als habe man sich bei "Bild" ein paar Schlagzeilenmacher ausgeliehen wie die Eidgenossen Ottmar Hitzfeld. Der hat nichts dem Zufall überlassen. Zum Training wurden Fans mit Vuvuzelas zu einer Lärm-Generalprobe eingeladen. Aber nicht nur akustisch ist die Nati gut vorbereitet gewesen. Auf dem Platz wurde getan, was getan werden musste: Den Spaniern wurde die Spielfreude verdorben. Das ist - denkt man an die Fußballeuropameisterschaft - ein Kunststück.

Wenn Ottmar Hitzfeld weitere Kunststücke gelingen, werden in Zürich, Bern und Basel Straßen nach ihm benannt. Brasilien als möglicher Gegner im Achtelfinale kann man ebenfalls die Spielfreude verderben. Hat Nordkorea bereits bewiesen.

Also, hopp Schwiiz - auch wenn man das beim Vuvuzela-Lärm im Stadion nicht hören kann.

Sonntag, 25. April 2010

Müll in "Bild am Sonntag"

25. April 2010
Peter Hahne verschreibt sich im Ton

Da gerade eine als Braut verkaufte 14-Jährige Schlagzeilen macht, stellt sich Peter Hahne in der "Bild am Sonntag" die Frage "Wie können wir verhindern, dass in unserem Land ein Parallel-Staat entsteht?" Seine Antwort: Wir müssen mehr wissen "über Traditionen und Bräuche der über drei Millionen Türkisch-Stämmigen, die unter uns leben". Dagegen ist nichts zu sagen. Ansonsten müsse deutsches Recht gelten.


Dann beschäftigt sich Peter Hahne mit einem angeblichen Brauch der "Türkischstämmigen" und verschreibt sich im Ton: "Ich will mich nicht darüber aufregen, wenn jetzt wieder ganze Sippen in die Stadtparks strömen, um halbe Hammel am Spieß zu drehen und Müllberge hinterlassen."

Und schon denke ich an dunkelhaarige Kinder, die bei Hundespaziergängen an mir vorbei tollen und wünsche mir, dass sie und ihre Eltern die deutsche Sprache nicht beherrschen. So wären sie geschützt vor derartigem Müll in der "Bild am Sonntag".

Sonntag, 11. April 2010

Mit Polen weinen

11. April 2010
Oder mit dem Hund unterwegs sein?

"Bild" macht auch an diesem Sonntag Schlagzeilen - die wichtigste steht selbstverständlich auf Seite 1 und gehört zum Flugzeugunglück mit 96 Toten, darunter der polnische Präsident Lech Kaczynski. Sie lautet "Polen, wir weinen mit Dir!" Ich werfe die Zeitung in meinen Fahrradkorb und radele mit meinem Hund los. Um diese Zeit sind sonst viele unterwegs. Heute keiner. Sitzen etwa alle weinend zuhause - nur ich nicht? Dafür schäme ich mich während der Weiterfahrt.

Mein Hund schnuppert einer Hundedame nach, ich blättere in der Zeitung. Auf Seite 7 erfahre ich: "Poldi spielte mit Trauerflor". Der Nationalspieler sagt: "Bei so einer Katastrophe versteht man, dass andere Dinge im Leben wichtiger sind als Fußball." So hat er am Samstag in Hoffenheim auch gespielt. Der 1. FC Köln gewann trotzdem. Alle weinen - und ich denke an sowas?

Noch eine Seite "Die Tragödie von Smolensk" - dann wird´s in der "Bild am Sonntag" innenpolitisch. Von Seite 15 strahlt mir der NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers entgegen - trotz Flugzeugunglück und trotz der Schlagzeilen-Frage "Zahlen Sie die Zeche für das Berliner Chaos, Herr Rüttgers?" Zahlt er nicht, steht darunter. Er werde die Landtagswahl gewinnen. Am 10. Mai 2010 die Schlagzeile "CDU, wir weinen mit Dir" darf ich also ausschließen.

Dann endlich mein Lieblingskolumnist Peter Hahne auf Seite 19. Der fragt sich: "Macht mich Hochdeutsch zum Weltmann und Dialekt zum Provinzler?" Kann ich nicht beurteilen. Irgendwie bin ich heute völlig neben der "Bild am Sonntag". Mein Hund hat genug Geruch einer Hundedame in der Nase, läuft weiter. Ich hinterher.

Sonntag, 7. Februar 2010

Peter Hahnes Auswanderer

7. Februar 2010
Zu Ende denken darf man nicht

Liest man die Kolumnen von Peter Hahne, sollte man sein Gehirn ausschalten. Wie diesen Sonntag bei „Das Abenteuer Auswandern und der Exodus der besten Köpfe“. Denn: Die Gedanken dieses Ostwestfalen darf man nicht zu Ende denken. Tut man es doch, bleibt es nicht bei Peter Hahnes Satz „Täglich verliert Deutschland ein ganzes Dorf!“


Dann liest man zwischen den Zeilen dieses Kolumnisten der „Bild am Sonntag“: Forscher, Facharbeiter, Ärzte und Handwerker dürfen sich nicht für einen Arbeitsplatz in der Schweiz, in den USA oder in Skandinavien entscheiden, weil sonst eine Rechnung offen bleibt. Auf der stehen die Kosten für die Ausbildung dieser „besten Köpfe“, auf denen Deutschland sitzen bleibt, wenn jemand sein Wissen und sein Können anderswo zur Verfügung stellt. Das darf nicht sein, meint Peter Hahne zwischen mehreren Gedankensprüngen: „Doch wer aus Frust über Bürokratie, hohe Steuern oder schlechte Berufschancen auswandert, …sollte bedenken: Er verdankt Kindheit und Jugend, Bildung und Ausbildung genau diesem ´System´…“

Weiter oben steht zwar, dass Deutschland „endlich“ überall offene Grenzen hat, aber das wäre nach Auffassung von Peter Hahne offenbar nur dann nicht weiter schlimm, wenn ausschließlich „Aussteiger mit Gitarre und Rucksack“ gehen würden. Dabei beruft er sich auf einen Migrationsforscher: „Es besteht die Gefahr, dass die Tüchtigen Deutschland verlassen, während die Chancenlosen bleiben, weil es nirgendwo ein vergleichbares Sozialsystem gibt.“

Im letzten Absatz gibt es zu Peter Hahnes Leidwesen auch noch die Rüstigen. Die lassen sich als Rentnerinnen und Rentner irgendwo im Süden die Sonne auf den Bauch scheinen, bis sie krank und pflegebedürftig werden und „reumütig“ zurückkommen, weil sie „unsere Hochleistungsmedizin oder unser Pflegesystem brauchen“.

Da hilft doch nur eins: Man macht die Grenzen dicht, nimmt jedem Deutschen den Ausweis weg und verdonnert ihn zu lebenslänglich hier geblieben. Das allerdings darf Peter Hahne nicht einmal in der „Bild am Sonntag“ schreiben. Also verharren seine „Gedanken am Sonntag“ stets im nicht zu Ende denken. Das überlässt er jenen Leserinnen und Lesern, die ihr Gehirn beim Studium seiner Ausführungen nicht ausschalten.

Sonntag, 31. Januar 2010

Die Schule pennt

31. Januar 2010
Peter Hahne macht für Kinder ein Märchen wahr

Hurra, hurra, die Schule pennt! Liebe Kinder, gebt fein Acht, ich habe euch einen Kolumnisten mitgebracht. Der heißt Peter Hahne, schreibt für die „Bild am Sonntag“ und macht sich heute Gedanken darüber „Why Oettinger must not shame für his Spätzle-English“.


Kinners, der Peter Hahne macht für euch ein Märchen wahr. Kein Unterricht mehr! Keine Paukerei! Nur noch Spiel und Spaß!

Jedes Märchen beginnt mit „es war einmal“. Dieses auch. Es war einmal ein Mann, der hat ein Bundesland regiert, das irgendwo im Süden von Deutschland herumliegt. Dessen Regiererei ist irgendwann peinlich geworden, also schickte man ihn ins Ausland. Wohin, muss euch nicht interessieren. Gelernt wird ja nicht mehr. Dort angekommen, hielt dieser Mann eine Rede in einer Sprache, die er nicht schon als Baby gelernt hat und bis heute nicht beherrscht, sondern in einer fremden, die er ebenfalls nicht beherrscht. Das merkten alle. Nur er nicht.

Macht aber nichts, meint Peter Hahne. Denn - so dieser Kolumnist: Auch andere Politiker haben diese fremde Sprache nicht beherrscht - und Lothar Matthäus wurde trotzdem Weltmeister. So, Kinners, das haut ihr morgen euren Lehrerinnen und Lehrern um die Ohren! Fremde Sprachen werden nicht mehr gelernt! Und was ist mit den anderen Fächern? Kriegen wir auch vom Stundenplan!

Da sich alle Finanzminister irgendwann verrechnet haben, müsst ihr auch nicht mehr Mathe pauken. Da zur Physik die Erfindung der Atombombe gehört, lasst ihr dieses Fach ebenfalls sausen. Chemie hat Verpackungsmüll mit sich gebracht. Runter vom Stundenplan! Routenplaner statt Geographie, Petting statt Biologie.

Hurra, hurra, die Schule pennt! Liebe Kinder, dafür solltet ihr euch bei Peter Hahne bedanken…