Montag, 14. Juni 2010

Bienenschwarm

14. Juni 2010
Nachbar schwebt in höchster Gefahr

Heute bin ich losgerannt. 20.40 Uhr. Ist nicht weit bis zum Supermarkt. Der hat Insektenspray. Hoffe ich. Muss meinen Nachbarn retten. Der schwebt in höchster Gefahr. Bin an seinem offenen Wohnzimmerfenster vorbeigekommen. Beim letzten Hundespaziergang an diesem Montag.

Der Supermarkt hat Insektenspray. Ich nehme vorsichtshalber zwei Dosen. Bezahle dafür an der Kasse 5,98 Euro. Ist mir mein Nachbar wert. Sein Leben auch.

20.50 Uhr. Ich klingele Sturm. Mein Nachbar öffnet nicht. Ist er schon tot? Zerstochen von einem Bienenschwarm? Ich eile um das Haus herum. Rufe ins offene Wohnzimmerfenster. Mein Nachbar erscheint. Ist nicht zerstochen. Ist ungehalten. Will wissen, warum ich ihn belästige.

Hinter ihm summen Bienen. Sie stechen ihn aber nicht. Was sind das für Bienen? Eine neue Züchtung? Ohne Stachel? So ein Mist, sagt mein Nachbar. Paraguay hat gerade gegen Italien das 1 : 0 geschossen. Als krasser Außenseiter. Und er hat dieses Tor nicht gesehen. Wegen mir. Nicht wegen der Bienen. Die scheinen ihn nicht zu stören.

Bei Ihnen in der Wohnung summt es. Weiß er bereits. Teile ich ihm trotzdem mit. Bienen, vermute ich. Bestreitet er. Keine Bienen, sagt er. Vuvuzela, informiert er mich. Tröten der Südafrikaner. Dort findet die Fußballweltmeisterschaft statt. Gehört dazu. Dieses Summen im Stadion.

Ich halte meinem Nachbarn die beiden Dosen Insektenspray hin. Er nimmt sie. Für den Fall, sage ich, dass mal bei Ihnen Bienen summen.

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