Donnerstag, 29. Mai 2008

Stunde der Gartenvögel

29. Mai 2008
Spatzen mögen Berlin

Der Spatz in der Hand kommt immer noch häufiger vor als die Taube auf dem Dach: 45 000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürger haben sich über Pfingsten an der Aktion „Die Stunde der Gartenvögel“ beteiligt, zu der der Naturschutzbund (NABU) und der bayerische Landesbund für Vogelschutz (LBV) seit 2005 einmal im Jahr aufrufen. Den Beobachterinnen und Beobachtern flog am häufigsten ein Spatz über den Gartenweg. 135 000 Haussperlinge genossen die Pfingstsonne und pickten fröhlich vor sich hin, ohne zu ahnen, dass sie statistisch erfasst worden sind.

Doch auch ein Spatz hat es nicht leicht: Bei der Sanierung von Gebäuden werden Nistplätze vernichtet. Dazu NABU-Vogelschutzexperte Markus Nipkow: „Das ließe sich mit Fassadenbegrünungen leicht vermeiden.“ Außerdem biete seine Organisation Nistkästen an.

Spatzen mögen Berlin

Musikalisch gesehen hat mit Edit Piaf der Spatz zwar seinen Wohnsitz in Paris, aber wenn es um die Gefiederten geht, fliegen sie am liebsten durch Berlin. Ob man daraus schließen muss, dass in der deutschen Hauptstadt weniger Gebäude saniert werden als in anderen Großstädten, ist eine zwar interessante Frage, war aber kein Thema in der „Stunde der Gartenvögel“.

In den Ballungsgebieten Nordrhein-Westfalens, in Hamburg und München hatte die Amsel den Schnabel vorn, der Spatz landete auf Platz 2. Das war weniger überraschend als die häufige Sichtung von Mehlschwalben. NABU-Präsident Olaf Tschimpke: „Ihre Zahl geht in vielen Teilen Europas schon seit längerem zurück. Bei uns befinden sich diese schnellen Flieger möglicherweise im Aufwind.“

Idee aus England

Mit der jährlichen „Stunde der Gartenvögel“ haben NABU und LBV übrigens eine Idee aus England aufgegriffen. Dort wird seit 1979 ein „Big Garden Birdwatch“ veranstaltet. Nachholbedarf besteht in Deutschland immer noch - so der NABU-Vogelschutzexperte: „Je häufiger wir zur Vogelzählung aufrufen, desto besser lässt sich auch feststellen, wo es Veränderungen gibt. Unser Wissen über Bestandsveränderungen ist gerade bei den häufigeren Arten noch viel zu gering.“

Die Ergebnisse der „Stunde der Gartenvögel“ sind im Netz unter http://www.nabu.de und unter http://www.stundedergartenvoegel.de veröffentlicht worden. Dort gibt es auch interaktive Verbreitungskarten und Suchfunktionen für alle, die mehr über die Vogelarten in ihren Bundesländern oder Städten wissen wollen.

Des weiteren werden Bauanleitungen für Nisthilfen zum Download angeboten, außerdem lohnt sich ein Besuch des Shops.

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